Montag, 9. Februar 2026, 19.30 Uhr, im KGH
Hätte Paulus den Korinthern ChatGPT (KI) empfohlen?
Bibelarbeit mit Dörte Gebhard, Pfarrerin
Prüft aber alles und das Gute behaltet. (1. Thess 5, 21)
→ Wann kamen digitale Geräte und das Internet ins Leben?
Wie habt Ihr «geprüft», was Ihr nutzt?
Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir
erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich. (1. Kor 6, 12)
Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine,
sondern was dem andern dient. (1. Kor 10, 23f.)
→ Technische Möglichkeiten entscheiden nicht darüber, was gut und
geboten ist. Grenzen sind z.B. zu ziehen bei:
- autonomen WaHensystemen
- Deepfakes zur Manipulation und Lügen(bilder) aller Art
- Überwachungs-KI
Entwickler/-innen tragen Mitverantwortung, nicht nur Nutzer/-innen.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch
nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! (Gal 5, 1)
→ Freiheit erfordert Verantwortung.
... wie es sie nicht einmal unter den Heiden gibt ... (1. Kor 5, 1)
→ Ethische Vorstellungen sind kein christliches Sondergut.
Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch
um des Sabbats willen. (Mk 2, 27)
→ Internet, KI usw. sind Mittel, niemals Zwecke.
→ Effizienzsteigerung ist kein ethischer Selbstzweck.
Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das
habt ihr mir getan. (Mt 25, 40)
→ Jeder Mensch hat unantastbare Würde – unabhängig von Leistung,
Status oder Nutzen. Gerechtigkeit ist Parteilichkeit für die Schwächeren.
Frage: Wem nützt/wem kann die KI schaden?
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer
Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen
Nächsten wie dich selbst. (Lk 10, 27)
Du sollst deinen Nächsten lieben, denn er ist wie du. (3. Mose 19, 18)
→ Das Wohl des anderen steht im Mittelpunkt, nicht zuerst die Frage:
Was nützt es mir?
Das Neue Testament gibt keine fertigen Antworten auf moderne Probleme,
aber einen ethischen Kompass:
- Liebe statt Nutzenkalkül,
- Würde statt Verwertungslogik,
- Verantwortung statt blosser Machbarkeit
Eine KI ist ethisch problematisch, wenn sie:
- Menschen ersetzt, wo Verantwortung, soziale Beziehungen und
Fürsorge nötig sind,
- Menschen auf Daten reduziert,
- Macht konzentriert statt teilt,
- Wahrheit untergräbt durch Täuschung, Lüge, ...
- Gewalt automatisiert und
- Schöpfung rücksichtslos verbraucht.
Im Alten und Neuen Testament finden sich tragende, ethische
Orientierungen, die anzuwenden sind auf neue Herausforderungen.
Es geht um den gerechten, d.h. den der Gemeinschaft nützenden Gebrauch
der Dinge, z.B. des - zu biblischen Zeiten noch sehr neuen - Geldes.
Zwei Orientierungen: Der Missbrauch einer Sache hebt den rechten
Gebrauch nicht auf. UND: Einseitig das beidseitig Nützliche tun (Hans Ruh,
mdl. Überlieferung) – und die Konsequenzen ertragen.
Abendsegen im digitalen Zeitalter, erstellt mit ChatGPT am 9.2.2026
Montag, 16. Februar 2026, 19.30 Uhr
Wo zwei oder drei in meinem Namen online sind …
Kirchliche Präsenz und Spiritualität im digitalen Raum Die Referentin Evelyne Baumberger ist Theologin und leitet das refLab, das «digitale Lagerfeuer» der reformierten Landeskirche Zürich. Es ist gedacht für spirituelle Nomad/-innen und Entdecker/-innen.
Sie schreiben über sich: «Wir lernen, diskutieren, zweifeln, und hoffen zusammen, als Community. In Blogbeiträgen, Podcasts und Videos gehen wir dem nach, was uns inspiriert, wichtig und heilig ist. Am Lagerfeuer findet man Gemeinschaft, diskutiert über Gott und die Welt, erzählt sich Geschichten, teilt, was man dabeihat, blickt schweigend in die Glut… Das alles tun wir – aber digital.»
In ihren Videos und ihrem Podcast «Unter freiem Himmel» vermittelt Evelyne Baumberger theologische Inhalte kurz und verständlich. Sie vermittelt dabei, wie sinnstiftend, befreiend und verbindend Glaube an Gott sein kann – in der christlichen Tradition verankert, im 21. Jahrhundert gelebt.
Hier geht es zu den PPP-Folien des Vortrags:
Wo zwei oder drei in meinem Namen online sind … 260216 Evelyne Baumberger
Montag, 23. Februar 2026, 19.30 Uhr
Im Schatten der Algorithmen?
Menschsein und Mensch bleiben im Zeitalter von sogenannter KI
Sogenannte Künstliche Intelligenz ist längst Realität und nimmt Einzug in unseren Alltag, angefangen von Suchmaschinen und Sprachassistenten bis hin zu medizinischer Diagnostik. Was bleibt, wenn digitale Systeme immer mehr Aufgaben übernehmen? Was macht den Menschen aus und wie können wir den Wandel verantwortungsvoll gestalten? Technik darf uns als Werkzeug unterstützen, aber den Menschen nicht ersetzen. Ziel des Vortrags ist es, die Chancen und Potenziale sichtbar zu machen, gleichzeitig aber auch Orientierung bei Fragen nach Verantwortung, Ethik und Grenzen zu geben.
Die Referentin Dr. Alexandra Kaiser Duliba ist Theologin und Dozentin am Institut für Sozialethik der Universität Luzern. Sie beschäftigt sich neben ethischen Fragen zur Digitalisierung der Lebenswelt mit Wirtschafts-, Medizin- und Gesundheitsethik. Sie ist Co-Gründerin, Beraterin, Speakerin der KI-Managementsolutions GmbH, einer Firma, die sich auf menschenzentrierte, digitale Transformation spezialisiert hat.
Hier geht es zu den PPP-Folien des Vortrags:
Im Schatten der Algorithmen - 260223 Dr. Alexandra Kaiser - Duliba