Christine Bürk

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.

Jahreslosung

Offenbarung 21,5

Die neue Jahreslosung für das Jahr 2026 finden wir im letzten Buch der Bibel, dem Buch der Offenbarung. Dort heisst es:
Wir stehen gerade am Anfang eines neuen Jahres. Wir wissen nicht, was es bringen wird. In vielen Situationen würden wir es uns wünschen, dass alles neu wird. In Momenten der Krankheit, in einer beruflichen Situation, in der man schon so viele Bewerbungen geschrieben und nur Absagen erhalten hat oder auch in familiären Krisen, wenn der Streit und die Missverständnisse einfach nicht aufhören wollen, da wäre es schön und hoffnungsvoll, wenn jemand sagen würde: «Siehe, ich mache alles neu.»

Auch global würden wir uns Neues wünschen: ein Ende des Krieges in der Ukraine und in anderen Ländern, einen Neuanfang für die Menschen in Palästina und Sicherheit für die Menschen in Israel, ein Neuanfang für unsere angeschlagene Schöpfung, um nur ein paar Dinge zu nennen.

Johannes, der diese Worte aufgeschrieben hat, erlebt ebenfalls eine schwierige Situation. Er ist wegen seines Glaubens an Jesus Christus auf die Insel Patmos verbannt worden. Überhaupt sind viele der ersten Christen wegen ihres Glaubens durch das römische Reich verfolgt worden. Hier im Exil begegnet Johannes Gott. Er empfängt grosse Visionen von Gottes Reich und seiner Neuschöpfung. Vieles bleibt im Buch der Offenbarung ein Geheimnis. Aber was sich wie ein roter Faden durchzieht, ist, dass Gott einen Neuanfang schenkt und dieser Neuanfang gipfelt in diesen Versen aus Offenbarung 21, dass Gott eine neue Erde und einen neuen Himmel schaffen wird, dass die alte Welt mit all ihrem Leid, ihren Tränen und ihrem Tod vergangen ist.

Wenn Gott von einem Neuanfang spricht, dann ist das nicht einfach ein bisschen neue Farbe oder ein wenig Kosmetik hier oder dort, sondern Gott kündigt etwas radikal Neues an. Er verheisst nicht nur Veränderung, sondern Vollendung in seinem Reich. Gott wird dann mitten unter uns wohnen (Offenbarung 21,3). Gott wird hier als handelnder Gott, der heilt und Hoffnung schenkt, beschrieben. Es ist ein Neuanfang, der aus Gottes Treue und Liebe zu uns
Menschen wächst. Gott könnte schon längst von uns Menschen die Nase voll haben, aber er möchte mit uns zusammen wohnen und er möchte, dass wir in einer neuen Welt bei ihm leben, wo es kein Leid, keine Schmerzen, keine Krankheiten und keine Tränen mehr gibt.

Müssen wir nun so lange warten, bis das alles eintrifft? Das kleine Wörtchen «Siehe» ist mehr als
ein Einleitungssignal, es ist ein Weckruf: «Schau hin» – und das bedeutet für mich: Gott lädt schon heute ein, das Neue wahrzunehmen, das er schon wirken lässt, das heute schon da ist. Vielleicht soll die neue Jahreslosung uns im Jahr 2026 als Sehhilfe dienen, dass wir das Neue wahrnehmen, das Gott in unseren Situationen entstehen lässt. Oft beginnt Gottes Neues unscheinbar: ein Gedanke, ein freundlicher Mensch, ein Gebet, ein liebes Wort ... So darf uns die Jahreslosung 2026 als Zusage für das begleiten, was wir hinter uns lassen und als Sehhilfe für das, was kommt und als Kraftquelle, dass Gott handelt und wirkt.

«Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.» Das ist Gottes Wort für das Jahr 2026. Ein Wort, das uns Zukunft eröffnet, schon heute und hier und jetzt. Es ist ein Wort, das mich aufatmen lässt, denn ich weiss, irgendwann wird alle Ungerechtigkeit und alles Leid vorbei sein.

Möge uns Gottes Segen im Neuen Jahr begleiten: Gott segne dich mit dem Mut, Altes loszulassen. Gott segne dich mit offenen Augen, dass du das Neue, das entsteht, wahrnehmen kannst. Gott segne dich mit Vertrauen, dass das Neue gut werden darf. Gott segne dich im neuen Jahr 2026.

Christine Bürk,
Bereitgestellt: 02.01.2026     Besuche: 12 Monat 
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