Dominik Portmann

«Wann bist du denn endlich Pfarrer?»

Familienfoto Dominik Portmann

... fragte mich unser mittlerer Sohn wieder einmal, als ich an einem der vielen Berichte schrieb, die man im Laufe der Ausbildung verfasst. Lange wird es nicht mehr sein – ein Jahr nach Plan. Doch ein grosser Schritt steht noch bevor: mein Vikariat. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, es in Schöftland absolvieren zu können. Bis Sommer 2027 werde ich also als «Pfarr-Lehrling» Teil Ihrer Kirchgemeinde sein, Gottesdienste feiern, Gespräche führen, unterrichten, Anlässe mitorganisieren und viele weitere Bereiche des Pfarrberufs in der Praxis kennenlernen.
Mein Weg wird nicht allzu weit sein. Mit meiner Frau und unseren drei Kindern, Elizabeth (9), Benedict (7) und Phileas (4) lebe ich in Küttigen bei Aarau. Einige von Ihnen lernte ich bereits letztes Jahr kennen, als ich für die Glanzpunkt AG in Muhen bei Ihnen den Garten gepflegt, Fenster gereinigt oder Ihre Liegenschaft unterhalten habe. Mein Weg bis zum Pfarramt nahm also viele Wendungen.

Dabei fiel der Entschluss bereits 2003. Nach meiner Matura ging ich 2005 an die Uni Zürich, studierte aber nicht Theologie, sondern manches andere. Auf Japanologie und Sinologie folgten Osteuropäische Geschichte und weitere Fächer, dazwischen einmal die Polizeischule und die Lehrerausbildung an der PH. Alle diese Unterfangen brach ich bald wieder ab. Ich arbeitete dann jeweils in verschiedenen Berufen und gründete ein Übersetzungsbüro – letzterem verdanke ich, dass ich später meine Frau kennenlernte.

Zur Theologie kam ich erst 2007, aber ich fühlte mich darin so heimisch, dass ich engagiert blieb. Anfang 2009 plante ich eine vierwöchige Reise nach Japan Nachdem ich die Kosten kalkuliert hatte, wurde daraus eine Reise nach China, was deutlich günstiger war. Kurz vor der Abreise fiel mir eine Chinesin ein, die sporadisch für meine Übersetzungsfirma arbeitete. Ich teilte ihr mit, wohin ich reisen würde. Wie sich herausstellte, lag meine Destination in ihrer Gegend (nur 250 km entfernt) in einer kleinen, ländlichen Ortschaft (nur 3,5 Mio. Einwohner, ein Weiler sozusagen). So lernten wir uns kennen. Ich lebte mit Unterbrüchen zwei Jahre dort und sammelte tiefe kulturelle und sprachliche Eindrücke.

2011 heirateten wir und zogen in die Schweiz. Ich nahm mein Theologiestudium wieder auf und schloss es 2016 ab. Kurz darauf kam unsere Tochter zur Welt und so verschob ich die Pfarrausbildung, um für die Familie zu sorgen. Ich sammelte dabei zehn Jahre lang wertvolle Erfahrungen in vielen verschiedenen Berufen. Sicherlich wird mir das helfen, zu Menschen aus verschiedenen Bereichen des Lebens Brücken zu schlagen.

Nun freue ich mich, den letzten grossen Schritt meiner Pfarrausbildung in Ihrer Gemeinde zu gehen; wie mir gesagt wurde, als erster Vikar seit den 1980er-Jahren. Ich hoffe, Ihnen in diesen wenigen Worten ein Bild von mir und von uns als Familie vermittelt zu haben.

So lade ich Sie herzlich ein zu meinem ersten Gottesdienst in Schöftland am 13. September 2026 unter dem Titel von Paul Gerhardts Lied «Geh aus, mein Herz, und suche Freud».

Es würde mich freuen, Sie dort persönlich kennenlernen zu können.

Dominik Portmann, Vikar
Bereitgestellt: 31.08.2026      
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