Christine Bürk

Das Versorgungsprogramm für unser Leben

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Immer wieder feierte die Schweiz seit dem Spätmittelalter
in Notzeiten einen eidgenössischen Dank-,
Buss- und Bettag, sei es um Gott zu bitten, dass er einem beisteht, wenn schwere Epidemien das Land heimsuchten oder um zu danken, dass die Schweiz vor einem Krieg verschont wurde.

Seit dem 17. September 1797 ist der Bettag staatlich verordnet. Er wird überkonfessionell von allen christlichen Kirchen und von den jüdischen Gemeinden gefeiert. Er ist einer der hohen Feiertage neben Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten. Aber er gerät doch immer mehr in Vergessenheit, obwohl er immer noch hoch aktuell ist angesichts der weltpolitischen Lage.
Seit dem 17. September 1797 ist der Bettag staatlich verordnet. Er wird überkonfessionell von allen christlichen Kirchen und von den jüdischen Gemeinden gefeiert. Er ist einer der hohen Feiertage neben Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten. Aber er gerät doch immer mehr in Vergessenheit, obwohl er immer noch hoch aktuell ist angesichts der weltpolitischen Lage.

Es ist nicht selbstverständlich, dass der Staat (und nicht die Kirchen) einen speziellen Feiertag eingerichtet hat. Offenbar ist es diesem wichtig, dass wir uns auf die Werte des Dankens, der Busse und des Gebets zurückbesinnen. Er hofft, dass der dreieinige Gott hilft, eingreift und segnet.

Während mir meine Konfirmand/-innen noch sagen können, was an Weihnachten und Ostern gefeiert wird, so hört es bei den meisten am Bettag, wie er im Volksmund auch genannt wird, auf.

Dabei hat dieser Feiertag alles, was wir für unser persönliches Leben und für das Wohl eines gut funktionierenden demokratischen Staates brauchen.

Mit dem Danken halten wir inne und bedenken, was wir alles zum Leben haben; was Gott uns geschenkt hat, seinen Sohn Jesus Christus. Er gab uns nicht irgendetwas, sondern das Beste – dafür können wir immer danken. Wir haben eine Regierung, die zum Wohl des Staates handelt, sich hochkomplexen Fragen stellt und versucht, die besten Lösungen für die Menschen zu finden.

Busse – ein altes Wort und doch hochmodern. Wenn wir unser Haus oder unser Zimmer nicht putzen, so vergammelt alles, Krankheiten nehmen überhand. Busse, Umkehr ist eine innere Reinigung. Jesus macht jedem von uns das Angebot: «Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken» (Matthäus 11, 28).

Bei ihm dürfen wir abladen, was falsch gelaufen ist. Er reinigt uns von unseren Sünden. Busse lässt uns wieder leben, frei und ohne Last. Busse bedeutet auch Umkehr, wenn wir die Richtung falsch eingeschlagen haben, gerade was unseren Lebenswandel angeht: Bewahrung der Schöpfung statt Ausbeutung.

Mit dem Beten dürfen wir in eine Beziehung eintreten, wo Gott mit offenen Armen auf uns wartet und uns reich beschenken will. Er ist da, hört uns zu und nichts kann uns aus seiner Hand reissen. Ich kann ihm alles anvertrauen – einfach so reden, schreien, klagen, weinen und jubeln.

Mit dem Beten wollen wir auch Fürbitte halten. Menschen, die uns wichtig sind, Gott ans Herz legen; im Besonderen auch unsere Politiker/-innen, die so vieles zu entscheiden haben. Statt, dass wir uns über ihre Politik aufregen, beten wir für sie und bitten für sie, dass sie göttliche Weisheit erhalten, um gute und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Danken, Busse tun und Beten – das darf für jeden von uns das tägliche Versorgungsprogramm unseres Lebens werden, nicht nur am eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag sondern jeden Tag, für uns, für die Schweiz und für die ganze Welt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Bettag.

Christine Bürk, Pfarrerin
Bereitgestellt: 01.09.2022     Besuche: 112 Monat 
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