Anita Morgenthaler

In freudiger Erwartung auf Weihnachten

01 WdP Titelseite<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-schoeftland.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>137</div><div class='bid' style='display:none;'>2932</div><div class='usr' style='display:none;'>287</div>

Advent kommt vom lateinischen Wort advenire (ankommen) und bedeutet somit Ankunft. Man erwartet die Ankunft von Jesus Christus an Weihnachten. Unsere Tradition der vier Adventskerzen erinnert noch heute symbolisch an die etwa 4000 Jahre, welche die Menschheit warten musste, bis der Messias, der Christus «ankam». Jede Kerze steht symbolisch für tausend Jahre Wartezeit und so soll jede Woche, wenn eine neue Kerze angezündet wird, die Vorfreude grösser werden. Schliesslich ist die Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude.
Ich hoffe, dass auch Sie sich während der Adventszeit auf Weihnachten vorfreuen können. Besonders für Kinder ist die Adventszeit etwas ganz Spezielles. In Erwartung auf das Fest der Liebe hört man die Weihnachtsgeschichte, backt Guetzli und Gritibänzen, gestaltet vielleicht das Haus mit Lichtern oder schmückt es inwendig mit Weihnachtsdekorationen und natürlich freut man sich auf die Geschenke. Doch gerade beim Geschenkeauspacken kann es auch mal zu Tränen kommen, wenn nicht das Erwartete vorgefunden wird. Vieles im Leben kommt nicht so, wie wir es erwarten. Bei der Ankunft Jesu verhielt es sich ähnlich: Bevor Jesus geboren wurde, erwarteten viele Menschen sehnsüchtig die Ankunft des verheissenen Erlösers, des Messias. Der Israelit Simeon (siehe Lukas 2,25ff.) konnte erst, nachdem er Jesus als Baby in den Arm nehmen durfte, «in Frieden sterben», so sehr erwartete er den Heiland.

Aber die Menschen erwarteten in erster Linie die Ankunft eines Königs. Einen Messias und Befreier, der die Römer aus dem Land wirft und das Land Israel gross und mächtig machen würde …

Doch Jesus kam so ganz anders. Die folgenden Zeilen von Theo Lehmann beschreiben es pointiert:

«Dieser Mann hat nie ein Buch geschrieben. Er hat nie eine akademische Vorlesung vor Studenten gehalten. Er hat keine philosophische Vereinigung, keine politische Partei gegründet. Er hatte keine Armee, keine Leibgarde, kein Geld. Der Mann, nach dessen Geburtsjahr wir die Jahre zählen, dem Millionen Menschen folgen und himmlische Wesen dienen, war Zeit seines Lebens ein armer Hund. Er sagte von sich selbst, dass er nicht mal ein eigenes Bett hatte. Er wurde geboren in einer geborgten Futterkrippe. Er predigte in einem geborgten Boot. Er ritt auf einem geborgten Esel. Er hielt sein letztes Abendmahl in einem geborgten Saal. Er wurde begraben in einem geborgten Grab. Er beanspruchte nichts für sich. Der einzige Raum, den er beansprucht, ist das menschliche Herz.

Als seine Mutter Maria in Bethlehem ein Plätzchen für ihn suchte, da hiess es: ‹Es ist nichts mehr frei.› Heute haben immer noch Millionen Menschen keinen Platz für Jesus. Sie ahnen nicht, dass die Lösung seines Wohnungsproblems die Lösung ihres Lebensproblems ist.»

Jesus kam und kommt so anders, als wir es oft denken. Prägnant hat das Pfr. Kurt Marti in seinem Gedicht «weihnacht» beschrieben:

damals
als gott im schrei der geburt
die gottesbilder zerschlug
und
zwischen marias schenkeln
runzelig rot
das kind lag


Beat Müller, Pfarrer
Bereitgestellt: 24.11.2019     Besuche: 34 Monat 
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