Anita Hungerbühler

«Zwei Wege gehst du nicht zugleich»

Meine Bilder<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-schoeftland.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>163</div><div class='bid' style='display:none;'>2842</div><div class='usr' style='display:none;'>336</div>

... sagt ein afrikanisches Sprichwort. Bei uns tönt die gleiche Wahrheit leicht anders: «Du kannst nicht auf zwei Hochzeiten tanzen». Die biblische Version lautet: «Du kannst nicht zwei Herren dienen» (Matth. 6,24). Und die im Volksmund wohl geläufigste Variante heisst: «Du kannst nicht das Weggli und den Batzen haben». Ob mit diesen oder anderen Worten, die Rede ist von einer menschlichen Erfahrung, die uns immer neu herausfordert. Jeder Tag hält viele Entscheidungen bereit, wir müssen wählen zwischen dieser oder jener und weiteren Möglichkeiten. Und haben wir uns in einem bestimmten Fall endlich einmal für etwas entschieden, müssen wir unweigerlich auf anderes verzichten. Dieses Entweder-Oder widerstrebt den meisten von uns sehr. Wir, die als gute Schweizer so gerne Kompromisse schliessen, möchten wenn immer möglich eben doch am liebsten beides, den Batzen und das Weggli! Aber auch der Kompromissfreudigste entkommt nicht der Qual der Wahl. Tagtäglich gilt es Entscheidungen zu treffen, viele kleine und manchmal auch grössere. Immer wieder sind wir mit der Frage konfrontiert: Was wähle ich? Welchen Weg nehme ich? Für welche Möglichkeit entscheide ich mich? Und das nicht nur, wenn es um relativ unwichtige Dinge geht, wie zum Beispiel, ob ich eine Jacke mitnehme oder nicht. Ob ich Sandalen, Turnschuhe oder Stiefel anziehe. Ob ich mir Risotto koche oder auswärts essen gehe. Wieviel mehr kommt es bei wichtigen Weichenstellungen darauf an, gut zu entscheiden, sind doch die Konsequenzen unvergleichlich schwerwiegender. Zum Beispiel bei der Berufswahl, bei der Wohnform oder bezüglich Zivilstand. Für welche Ausbildung ich mich entscheide, bestimmt wesentlich meine berufliche Zukunft mit. Ob ich in einer Mietwohnung mein Zuhause einrichte oder mir ein Eigenheim kaufe, ist eine Entscheidung von ziemlicher Tragweite. Noch mehr, wenn es darum geht, ob ich mein Leben mit einem Partner teile und wenn ja, mit welchem? Ob wir eine Familie gründen oder lieber doch nicht? Und so weiter ... Wir sehen, wie einschneidend solche Entscheide sind, wie wichtig, das Richtige zu wählen und den rechten Weg zu finden. Der wichtigste Entscheid, den ein Mensch zu treffen hat – so meine ich – ist der, ob Gott Raum bekommt in seinem Leben. Ob das Werben Gottes, mit uns in Beziehung zu leben, auf Offenheit und positives Echo stösst, ist essentiell.
«Zwei Wege gehst Du nicht zugleich» bewahrheitet sich einmal mehr. Es gibt auch da – ob es uns gefällt oder nicht – nur ein Entweder-Oder. Jesus sagt: «Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich» (Matth. 12,30). Wir sind eingeladen und herausgefordert, uns für Gott, für Jesus Christus zu entscheiden. Und von diesem einen Entscheid hängt sehr viel, ja eigent- lich alles ab. Nicht zuletzt auch, ob wir die Ewigkeit mit Gott verbringen. Jesus Christus spricht: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater ausser durch mich». Gibt es einen besseren Grund, uns vertrauensvoll auf diesen Weg einzulassen?! Ich kenne keinen, der es gewagt und danach je bereut hätte.

Rosemarie Müller, Pfarrerin
Bereitgestellt: 26.09.2019     Besuche: 54 Monat 
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