Anita Hungerbühler

Warum ich überzeugtes Kirchenmitglied bin

Meine Bilder<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-schoeftland.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>163</div><div class='bid' style='display:none;'>2839</div><div class='usr' style='display:none;'>336</div>

Wir leben in einer Zeit, in welcher Individualismus grossgeschrieben wird. Auch ich führe gerne ein selbstbestimmtes Leben, das meinen Bedürfnissen gerecht wird. Aber muss das egoistisch und selbstzentriert sein? Wie verträgt sich dieses Lebensmodell mit meinem Engagement in der Kirchgemeinde, wo Solidarität ein tragendes Element sein sollte? Oder ist nicht gerade das Dasein für andere auch ein in uns angelegtes Bedürfnis, das sich auszuleben lohnt und zugleich sinnstiftend wie erfüllend ist?
Ich möchte zu erklären versuchen, warum ich als überzeugte Christin eine Kirche brauche und diese auch gerne unterstütze.
Um an Gott zu glauben und ein gutes Leben zu führen, braucht man nicht unbedingt die Institution
Kirche. Unsere Reformatoren haben ja ausgesagt, dass jedem Mann, jeder Frau der direkte Zugang zu Gott durch den Glauben und die Bibel möglich ist. Warum unterhalten wir denn eine Kirche?
Für mich ist Kirche ein Ort, wo ich Gott zusammen mit Menschen in unterschiedlichem Alter und
Lebenssituationen begegnen kann. Es ist ein Ort, wo Rang und Namen nicht wichtig sind, wo man sich mit lebenserfahrenen, bibelkundigen, zweifelnden und ermutigenden Menschen über existentielle wie auch alltägliche Fragen unterhalten kann. Dieser reizvolle Mix hilft mir, mein eigenes Welt- und Gottesbild um weitere Facetten anzureichern. Ich verharre nicht in einer fixen Vorstellung aufgrund meiner Erfahrungen und Bilder, die Erlebnisse und Nöte anderer erweitern meinen Horizont, machen mich demütig und helfen mir bei der Einsicht, dass wir nicht auf alles eine Antwort haben.
In Schöftland haben wir zurzeit einen guten Mix aus Theologinnen und Theologen mit ganz verschiedenen Lebenssituationen und Hintergründen, dies führt zu einer guten Ergänzung und Abwechslung in ihren Predigten. Wenn ich am Sonntag in den Gottesdienst gehe, ist es für mich nicht eine religiöse Pflicht, sondern etwas, das ich nicht verpassen möchte, weil es mich meistens bereichert. Kirche ist eine grossartige Gemeinschaft, wenn sie dem Einzelnen die Gewissheit schenkt, dass er bedingungslos geliebt und angenommen ist. Nicht weil wir Menschen so lieb und nett miteinander sind, sondern weil Gott uns zuerst geliebt hat. Und wer sich geliebt fühlt, kann Liebe auch grosszügig weitergeben.
Kirche ist eine soziale Institution, die den Staat entlastet. Nimmt man die Zunahme der psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen wahr, so kann man nicht genug betonen, wie wichtig gute Jugendarbeit ist. Da bekommen junge Menschen Halt, Annahme, Seelsorge, sinnvolle Beschäftigung, Gemeinschaft und Freundschaft, unabhängig davon, wie sportlich, musikalisch oder redegewandt sie sind. Da passiert wirksame Drogenprävention.
Ich finde es auch wichtig, dass es einen Ort gibt, wo unsere Kinder von fachkundigen Lehrpersonen die Grundlagen unserer Glaubenstradition, aber auch unserer Kultur und Geschichte vermittelt bekommen. Wo sonst erfahren unsere Kinder, wer Jesus ist und was in der Bibel steht? Wie sollen unsere Kinder unterscheiden lernen, was eine vertrauenswürdige Glaubensgemeinschaft ist und wo eine gefährliche Sekte dahintersteckt, wenn sie offen sind für alles?
Auch gegen Alterseinsamkeit unternimmt unsere Kirche einiges. Es ist nur manchmal schwierig
herauszuspüren, welche Menschen Besuch möchten, wenn sie sich nicht selbst melden, denn nicht alle schätzen es, ungefragt aufgesucht zu werden. Aber es macht Freude, die sehr gut besuchten Anlässe wie Seniorennachmittage, Lagerwochen und Ausflüge sowie die lebhafte Teilnahme am Kirchenkaffee zu beobachten.
Wussten Sie, dass mehr als 200 Menschen sich freiwillig in unserer Kirche engagieren? Neben unseren angestellten Pfarrpersonen und Mitarbeitenden engagieren sie sich im Besuchsdienst, in vielen Lagern für Jung und Alt, in der Alters, Kinder- und Jugendarbeit, in der Küche, als Bäckerin, als Gastgeberin, als Musiker, im Gebetdienst, in der Dekoration und im Theater und vielem mehr. Die Kirche ist ein Ort, wo man seine Begabungen mit grosser Gestaltungsfreiheit einsetzen kann. Ein geschätztes und lohnendes Engagement, das allen Beteiligten Freude, Lebenssinn und Erfüllung schenkt.
Faszinierend finde ich auch die Tatsache, dass wir weltweit mit über zwei Milliarden Christen verbunden sind. Über alle Kulturgrenzen hinweg haben wir mit diesen Menschen eine gemeinsame Basis, die uns geschwisterlich vereint, die Bibel und die Liebe zu Gott.
Gerne können auch Sie uns schreiben, was Ihnen an der Kirche wichtig ist, wir freuen uns.

Heidi Hunziker, Vizepräsidentin der Kirchenpflege
Bereitgestellt: 28.03.2019     Besuche: 44 Monat 
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